Andrea Demaria

Vier Erkenntnisse

aus fast dreißig Jahren im Konzern.

1. Nicht die Menschen – die Architektur

Ich habe als Ingenieur angefangen. Mein Weltbild war einfach: wenn die Architektur stimmt, funktioniert das System. Fast dreißig Jahre später sehe ich, dass nicht die technische, sondern die organisatorische Architektur uns zurückhält.

Ich habe erlebt, wie motivierte Talente als zynische Statisten endeten. Wie Informationen zurückgehalten wurden und Ressourcen gehortet wurden – nicht weil Menschen von Natur aus so handeln, sondern weil die Struktur genau dieses Verhalten belohnte. Organisatorische Architektur kann der Käfig unseres Handelns sein – oder auch Leiter. Die meisten Organisationen stellen sich diese Frage nicht.

Teilnehmer der grains-Initiative
Teilnehmer von grains – meiner ersten Graswurzel-Initiative. Aus diesen Erfahrungen ist irgendwann One-X entstanden.

2. Methoden enden dort, wo die Macht beginnt

Scrum, SAFe, OKR, Holacracy – alle ein Schritt in die richtige Richtung, ehrlich gemeint, durchdacht. Aber keiner weit genug, um die eigentliche Herausforderung zu überwinden: die sinnvolle Teilung von Macht und Verantwortung.

Der klarste Moment kam für mich auf einer Holacracy-Konferenz. Wir sprachen über Gehälter und Karriere – und ich merkte: diese Fragen hatten nichts mit Holacracy zu tun. Es waren dieselben schwierigen Fragen wie in jeder klassischen Organisation. Holacracy hatte dafür keine neue Basis geliefert. Machtverhältnisse lassen sich nicht methodisch lösen. Sie brauchen Orientierung durch Struktur.

3. Echte Unternehmung braucht echtes Risiko

Wir haben bei Siemens versucht, als Intrapreneure zu arbeiten. Der Widerspruch war von Anfang an da: sicheres Gehalt, fester Vertrag – und gleichzeitig unternehmerisches Risiko. Das geht nicht zusammen. Wer das Budget kontrolliert, kontrolliert die Richtung. Echtes unternehmerisches Denken, das auch scheitern darf, ist nur außerhalb des Konzerns möglich. Daraus entstand One-X – diesmal als eigenständiges Produkt, mit echtem Risiko.

4. Guter Wille ersetzt kein Geschäftsmodell

2021 haben wir One-X als radikales Experiment gelebt. Eine Gemeinschaft von Menschen mit ähnlichen Überzeugungen, die gemeinsam arbeiten wollten und die Früchte der Arbeit fair teilen. Was wir unterschätzt haben: Eine souveräne Organisation ist eine Grundbedingung für Erfolg, aber kein Ersatz für Marktausrichtung und Können. Ohne realistische Ziele, klare Prioritäten und ehrliches Feedback führen die besten Intentionen nicht zum Erfolg. Wer seine Kompetenzen nicht wirksam für den Kunden einsetzt, wird zur Last – für sich und für alle anderen. Das erfordert Mut: Wer Verantwortung für die Gruppe trägt, muss Selbstbeschäftigung als solches benennen und stoppen – nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen.

Andrea Demaria – Ingenieur. Coach. Gründer.

28 Jahre Siemens. Mitgründer von grains, KASO, Paul-X und One-X.

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